Tagebuch 2012

Frühling lässt sein blaues Band ...

... zwar noch durch ziemlich kalte Lüfte flattern, aber die Natur ist erwacht, die Marienkäfer fliegen, die Vögel zwitschern und in Wald und Flur kommen viele Wildtierbabys auf die Welt. Viele Menschen meinen, vermeintlich hilflose Jungtiere aufsammeln und ihnen helfen zu müssen. Die gut gemeinte Hilfeleistung führt oft zum Gegenteil, deshalb: Finger weg von Jungtieren! Bitte handeln Sie nicht zu voreilig: lassen Sie die Finger von den Tieren und kommen Sie nicht zu Nahe an die Nester. Denn oft ist der Wildtiernachwuchs nicht so hilflos, wie es scheint und die Elterntiere oder die Mutter in der Nähe. Nur offensichtlich verletzte Tiere sollten nach Möglichkeit zum Tierarzt gebracht werden.

Junge Feldhasen beispielsweise sind typische „Platzhocker“ die von ihren Müttern zum Säugen nur für einige Minuten am Tag aufgesucht werden, damit keine Beutegreifer auf den Nachwuchs aufmerksam werden.

Wer einen Jungvogel findet, sollte ihn am besten in Ruhe lassen. Die gefiederten Ausreißer sind nur selten tatsächlich aus dem Nest gefallen. Meist sind es fast erwachsene Vogelkinder, die das Nest verlassen haben und im Gelände verteilt auf ihre Eltern warten, die ihnen regelmäßig Futter bringen. Die meisten unserer Singvogelarten wie Amseln, Finken, Meisen, Rotschwänze aber auch Rabenvögel, Segler, Eulen und Greifvögel sind zwar Nesthocker, aber ab Mai sind sie meist kurz davor, flügge zu werden. Ein Eingriff des Menschen würde ihnen mehr schaden als nützen. Das gilt erst recht für Nestflüchter, zum Beispiel jungen Enten und Gänse, die das Nest schon lange, bevor sie fliegen können, verlassen. Durch Lock- und Bettelrufe stehen sie jedoch mit ihren Eltern in Kontakt und werden regelmäßig gefüttert.

Nur dann, wenn ein Jungvogel offensichtlich gefährdet ist, weil er beispielsweise zu nah an einer befahrenen Straße oder in einem Katzenrevier sitzt, sollte man ihn an eine nahe gelegenen, geschützten Ort umsetzen. Dabei braucht man keine Angst zu haben, dass die Elterntiere ihr Junges verstoßen könnten. Vögel können nicht sehr gut riechen und sie stören sich nicht an dem Menschengeruch.

Lebensräume der Tiere schonen.

Wer sich in den letzten Tagen und Wochen aufmerksam umschaut, muss feststellen, dass an vielen Orten massiv abgeholzt, Reisighaufen abgetragen oder abgebrannt werden und man Sträuchern und Hecken massiv zu Leibe rückt. Dabei ist Heckenschnitt in der Zeit vom 1. März bis 30. September lt. Bundesnaturschutzgesetzt verboten, um vielen Tier- und Vogelarten Schutz während der Brutzeit zu gewähren.

Einem extremen Gärtnereinsatz fiel auch ein Fuchsbau auf einem Privatgrundstück in Frontenhausen zum Opfer, so dass momentan vier Fuchsbabys mit Flasche aufgezogen werden (siehe Bild). Danke an unsere unermüdliche Fuchsmama. Wir sind schon jetzt auf Suche nach einem Auswilderungsplatz (Wildtiergehege o.ä.), wo die Rasselbande in Zukunft ungefährdet leben darf und dankbar für jeden diesbezüglichen Tipp.


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