
Liebe Tierfreunde und Mitarbeiter im Tierheim Passbrunn,
nachdem ich gestern die zu Herzen gehenden Zeilen über die Schäferhündin Maya im Block „Im Regenbogenland“ gelesen habe, setzte ich mich nach gut zweieinhalb Jahren endlich hin, um von unserer Joyce aus dem Tierheim Passbrunn zu berichten. Ich habe Maya deshalb erwähnt, weil ich sie zum ersten Mal gesehen habe, wie wir Joyce im Tierheim gefunden habe und seitdem immer wieder nachlas, wie es der Schäferhündin ging.
Vorweg: Joyce ist eine Terrier-Dackelmischlingshündin, war bei der Abholung Ende November 2009 erst ein paar Tage im Heim und wurde zur Lebensretterin unseres Eurasierrüden Riley. Damals war Joyce an die sieben Jahre alt (das genaue Alter war mangels Hunde-Impfpass der Vorbesitzerin, die ins Heim kam, nicht bekannt), Riley über 12 Jahre. Riley hatte neun Jahre lang zu Hause oder unterwegs immer unsere Labrador-Husky-Mischlingshündin Lacky an seiner Seite, die am 4. November 2009 starb. In der Folgezeit zeigte sich, wie sehr auch Hunde trauern können. Nach zwei Wochen hatte er keinen Appetit mehr, hatte dauernd Durchfall. Medikamente halfen nicht.
So besuchten wir das Tierheim in Passbrunn, um nach einer neuen mögliche Begleiterin für ihn zu suchen. Vorweg: Was wir als Trennungsschmerz, -trauen, vermuteten, sollte sich als richtig herausstellen.
Im Tierheim stieß die erkrankte Maya von der Größe und ihrem Schicksal her auf mein Interesse, doch meine Frau hatte nach der Erkrankung und dem Tod von Lacky Bedenken, außerdem hatte Maya durch scheinbar vorherige schlimme Erfahrung mit männlichen Personen gegen diese eine völlige Abneigung. Umgekehrt hatte Joyce sofort mit ihrem Blick unser Herz getroffen, wie sie aus ihrem Körbchen zu den Betrachtern aufblickte.
Jetzt ist Joyce seit über zwei Jahren bei uns und nachdem Riley am 19. November 2011 von uns ging, noch mehr unsere Zuckerschnecke geworden. Sie liebt es, wenn man sich am Abend zum Kuscheln zu ihr auf den Boden legt. Da schmiegt sie sich in voller Körperlänge an und lässt sich kraulen. Das erste Gassigehen nach dem Schlafen artet oft in langen Streicheleinheiten aus. Immer wieder schiebt sie dann ihren Kopf unter die menschliche Hand als Aufforderung: „Komm, streichle mich weiter.“
Trotz ihres kleinen Wuchses scheint sie überaus tapfer zu sein, bereit, einen zu verteidigen. Autofahren ist ihre große Leidenschaft geworden. Wird tagsüber mit den Autoschlüsseln geklimpert, steht sie bereit, mitzufahren. Wegen der Gefahr von Rückenbeschwerden (da schlägt der Dackel als Ahne durch) vermeiden wir, mit ihr zu lange Spaziergänge zu machen oder sie Treppen steigen zu lassen. Am Hauseingang oder für das Auto steht eine transportable Rampe, mit der sie keine Stufen steigen braucht oder springen muss.
Zudem hat sie mit der Colly-Schäferhund-Mischlingshündin Susi unserer Tochter jeden Tag eine Spiel- und Gassibegleiterin zur Seite, so dass sie nicht alleine ist, wenn wir mal ohne sie weg fahren.