Tagebuch 2021

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Große Kastrationsaktion

Große Kastrationsaktion

Auch wenn es oft noch kalt und ungemütlich ist, der Frühling rückt spürbar näher und schon seit Wochen kann man die Schreie liebestoller Kater hören, rollige Katzen beobachten und nicht wenige dürften bereits wieder trächtig sein. Die Tiere folgen ihren natürlichen Trieben und es stellt sich Nachwuchs ein.

Schon lange fordern Tierschützer Katzenschutzverordnungen mit Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigängerkatzen, denn in jedem Jahr kommen unzählige Katzenbabys infolge unkontrollierter Vermehrung auf die Welt und für viele von ihnen ist es der Start in ein genauso hartes Streunerleben wie es schon ihre Eltern haben. Wenn sie Glück haben, werden sie rechtzeitig gefunden und ins Tierheim gebracht. Tausende von Katzen müssen jährlich in Deutschlands Tierheimen aufgenommen werden, weil sie nicht oder nicht mehr gewollt sind.

Große Katzenpopulationen an Bauernhöfen und Hauskatzen, die mit frei lebenden Katzen immer neue Nachkommen zeugen, ebenso wie ausgesetzte Katzen sorgen für ständige Vermehrung. Die Nachkömmlinge verwildern und leben auf verlassenen Anwesen, auf Friedhöfen oder Campingplätzen, meist ohne direkten Kontakt zum Menschen. Sie sind die Nachkommen von nicht kastrierten Hauskatzen. Viele von ihnen sind krank, unternährt oder verletzt. Ihr Schicksal interessiert kaum jemanden. Noch heute werden Katzenbabys ertränkt oder erschlagen. Die zum Teil große Anzahl frei lebender Katzen stellt auch die Gemeinden vor große Probleme. Herrenlose Tiere, Streunerkatzen, Krankheiten und Seuchen sowie Katzennachwuchs aus unkontrollierter Vermehrung sind überall anzutreffen und führen zu neuem Katzenelend.

In einer gemeinsamen Aktion des Tierschutzvereins Dingolfing-Landau e.V. mit dem Tierheim Quellenhof werden derzeit große Populationen kastriert. So hat sich in einem Firmenwohnpark in unserem Landkreis eine große Katzencommunity zusammengefunden. Die Tiere wurden sporadisch gefüttert, aber für tierärztliche Versorgung und Kastration fühlte sich niemand zuständig. Innerhalb von wenigen Tagen konnten dort in einer gezielten Fangaktion bereits 27 Tiere gefangen und kastriert werden. Das sind keinesfalls schon alle Tiere. Über die Hälfte davon sind weibliche Tiere, in wenigen Wochen wären dort 40-60 niedliche Katzenbabys zur Welt gekommen, um dann ein erbärmliches Dasein zu fristen.
Die Tiere werden nach den Kastrationen eine Zeit im Tierheim betreut, damit sie sich erholen können und auch medizinisch behandelt werden können, wo es erforderlich ist. Katastrophale Zähne, Ohrmilben, Würmer, Verletzungen aus Revierkämpfen sind keine Seltenheit. Mit anderen Worten, die Tiere haben oft Schmerzen. Für die Tierpflegerinnen ist es eine Herausforderung, denn letztlich sollen möglichst wenige und nur die absolut verwilderten und aggressiven Tiere wieder in ihr altes Revier zurückkehren und dort an Futterplätzen weiterbetreut werden. Für die netteren wird nach einem Zuhause gesucht.

Ein weiteres Beispiel: aus einem anderen Ort wurden 13 Katzen ins Tierheim gegeben. Wie kam es zu einer so großen Gruppe?  Vor ein paar Jahren zogen Leute aus der Nachbarschaft weg und ließen ihre Katze zurück. Diese bekam Nachwuchs und auch dieser pflanzte sich fort. Ein älterer Nachbar hatte Mitleid und übernahm die Fütterung der Tiere, leider wurden sie nie kastriert. Der ältere Herr verstarb und nun mussten die Tiere weg und kamen ins Tierheim.

Dies sind nur zwei von viel mehr Fällen in unserem Landkreis.

Der Tierschutzverein Dingolfing-Landau bietet Hilfe an und bittet gleichzeitig um Unterstützung. Größere Populationen und freilebende Streuner können auf Kosten des Vereins kastriert werden. Im Tierheim sind Kastrationsgutscheine erhältlich, mit denen die Tierärzte direkt beim Verein abrechnen können. Andererseits bittet der Verein, solche Fälle zu melden, damit Kastrationsaktionen durchgeführt werden können. In beiden Fällen kann man sich telefonisch täglich von 14-16 Uhr unter 08734/937261 beraten lassen.

Auch wenn viele Tierärzte im Sinne des Tierschutzes den Verein mit günstigen Kastrationskosten unterstützen, sind in der Summe die Tierarztkosten für solche Aktionen erheblich. 2020 hat der Verein 192 Katzen und 141 Kater kastrieren lassen und dafür über 25.000 Euro ausgegeben. Das war nur möglich durch eine Zuwendung aus der Tierheim-Förderung des Freistaates, die jährlichen Zuschüsse der Kommunen unseres Landkreises und die Bereitstellung von über 10.000 Euro aus Vereinsmitteln, die sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden ergeben.

Um auch 2021 weiter gegen das Katzenelend vorgehen zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Spendenkonto für zweckgebundene Spenden zur „Kastration freilebender Katzen“: 
Tierschutzverein Dingolfing-Landau e.V.
IBAN: DE86 7425 0000 0000 5650 02
Sparkasse Niederbayern-Mitte 


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