Tagebuch 2012

Weltkatzentag am 8. August 2012

Im Jahr 2002 wurde vom International Fund for Animal Welfare (IFAW) der Weltkatzentag ins Leben gerufen. Die Katze ist neben dem Hund das beliebteste Haustier in Deutschland.

Vor Urzeiten begann der Mensch, Tiere zu domestizieren. Bis heute werden sie als Arbeits- oder Wachtiere eingesetzt und die so genannten Nutztiere als Nahrungsquelle gezüchtet. Die Katze nimmt dabei eine Sonderstellung unter den Haustieren ein. Zwar dient sie auch als Mäuse- und Rattenfänger, aber sie wird sich nie zum Befehlsempfänger wie ein Hund erziehen lassen. Dennoch ist sie beim Menschen sehr beliebt. Er nimmt sie in sein Haus, in seine Familie auf, gibt ihr ein Zuhause, Geborgenheit und Futter. Katzen sind keine Rudeltiere wie Hunde und gehen allein auf Mäusejagd. In den 1990er-Jahren war die Katze das am weitesten verbreitete und wirtschaftlich nicht genutzte Haustier der Welt und lief damit erstmals in ihrer Geschichte dem Hund den Rang ab.

In einigen Ländern Asiens genießt die Katze in Japan eine hohe Wertschätzung. In Tokio gibt es den Tempel Go-To-Ku-Ji, der ganz den Katzen gewidmet ist. In China und Thailand werden Katzen noch immer als Gottheiten verehrt.

In Deutschlands Haushalten leben rund 8,2 Millionen Katzen. Hinzu kommen rund zwei Millionen verwildernde Katzen, deren Schicksal oft tragisch und ein ständiger Überlebenskampf ist. Die Tiere sind durch das Streunen und Revierkämpfe oft verwundet, unterernährt und von Parasiten befallen.
Nicht von ungefähr stellten die Ägypter die Göttin der Fruchtbarkeit in  Gestalt einer Katze dar. Schließlich zeugen ein Katzenpaar und seine Welpen  in zehn Jahren statistisch gesehen ca. zwei Mio. Nachkommen. Doch so entzückend junge Kätzchen auch sind - bei weitem nicht alle finden liebevolle und verantwortungsbewusste Besitzer. Noch immer werden auch bei uns in Bayern viele Katzenjunge auf  brutale Weise getötet oder einfach ausgesetzt. 

Die Überlebenden verwildern, sind meist unterernährt und verenden oft genug  jämmerlich an Infektionskrankheiten wie Katzen-Leukose, Katzenseuche, Katzenschnupfen oder FIP. Viele Tiere werden auch überfahren oder von Jägern erschossen. Paarungsbereite Katzen und Kater streifen in einem deutlich größeren Umkreis umher als ihre kastrierten Artgenossen.
Da Katzen im Durchschnitt zweimal pro Jahr jeweils drei bis fünf Junge werfen, vermehren sich diese Tiere schnell. Zahlreiche Katzen bleiben anschließend nicht in den Häusern und Wohnungen, sondern werden zu wilden Katzen - und es werden Tag für Tag mehr. Die zahlreichen herrenlosen und herumstreunenden Katzen bereiten Tierschützern und den Tierheimen große Sorgen. Viele von ihnen zuerst aus Mitleid angefüttert, werden dann lästig und im Tierheim abgegeben. Das sprengt nicht nur alle Kapazitäten der Tierheime, denn diese sind für Haustiere in Not und Fundtiere da, sondern man tut diesen Freiheit gewöhnten Tieren mit der Abgabe im Tierheim auch keinen Gefallen. Im Gegenteil, denn dort müssen sie bis zum Abschluss tiermedizinischer Versorgung, die oft mehrere Wochen dauern kann, um Ansteckungen zu vermeiden, separat von Artgenossen gehalten werden, was bei den Freigeistern zu psychischen Problemen und Ängsten führt.

Wer sich einmal dazu entschließt, herrenlose Katzen zu betreuen, sollte dies in ganzer Konsequenz tun, d.h. nicht nur mit Futter versorgen und sich bei Einbruch des Winters oder bei Nachwuchs sich der Tiere entledigen. Dazu gehören auch, eine tierärztliche Grundversorgung zur Parasitenbekämpfung und vor allem die Kastration, um die unkontrollierte Vermehrung nicht weiter ausufern zu lassen. Der Tierschutzverein ist im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten mit Zuschüssen und Übernahme von Kastrationen, der Ausleihmöglichkeit von Lebendfallen und durch Beratung unterstützend tätig.
 


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