Jubiläums-Galerie

Samson

Samson
 

Samson’s Geschichte – oder: unverhofft kommt oft

Als wir kürzlich Samson’s Abgabevertrag unterschrieben, erzählte uns Mandy, dass anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Quellenhofs Passbrunn eine kleine Ausstellung über die ehemaligen Bewohner geplant sei und bat uns, einige Zeilen zu verfassen.
Nun, dies wird etwas länger als nur ein paar Zeilen werden, denn um Samson’s Geschichte zu erzählen, muß auch die Geschichte unserer anderen tierischen Familienmitglieder erzählt werden – schließlich stamm(t)en drei von ihnen ebenfalls vom Quellenhof.

Als mein Mann und ich uns kennenlernten, brachte er die damals 1-jährige Golden Retrieverhündin Sanja mit in unsere Beziehung. Ein wahres Goldstück und der Mittelpunkt unserer kleinen Familie. Sie war immer mittendrin statt nur dabei, so auch bei unserer Hochzeit in der Dingolfinger Herzogsburg.
Im April 2010 kamen drei Kaninchen aus dem Quellenhof zu uns. Die beiden Brüder Sancho und Pancho wurden im Winter in einem Karton einfach ausgesetzt, auch die junge Kaninchendame Klopfer wurde zusammen mit ihren Geschwistern auf diesem Wege „entsorgt“. Für uns wird es immer unbegreiflich bleiben, zu was Menschen alles fähig sind.
Die quirlige Truppe brachte ordentlich Leben in die Bude. Ganz besonders, als Klopfer scheinträchtig wurde und als wandelnde „Hormonbombe“ die Jungs aufs Übelste vermöbelte.

Im Sommer 2016 entschied die Katze Tiger, bei uns einzuziehen. Somit war unser Familienglück perfekt. Sanja, mittlerweile 13,5 Jahre alt, hatte bereits einige gesundheitliche Baustellen (Cauda Equina Syndrom und Spondylose) – doch blühte sie durch Tiger regelrecht auf. Die beiden waren unzertrennlich. Tiger himmelte ihre „große Schwester“ an und begleitete uns oft innerhalb ihrer Reviergrenzen mit hoch erhobenem Schwanz ganz stolz auf unseren Gassirunden. Sanja liebte ihre „kleine Schwester“ ebenso und wollte sogar ihr Futter mit ihr teilen – wenn es ihr denn geschmeckt hätte.  Im Frühjahr 2017 erlitt Sanja zweimal ein Vestibularsyndrom (Ausfall des Gleichgewichtsorgans im Ohr) – und Tiger kümmerte sich um sie, brachte ihr sogar eine Maus auf ihr Bett. Am 29. Mai 2017 ging unsere geliebte Sanja mit 14 Jahren und 4 Monaten wegen eines hochaggressiven, inoperablen Lebertumors voraus über die Regenbogenbrücke. Für uns brach eine Welt zusammen und auch Tiger trauerte sehr. Oft lag sie auf Sanja’s Bett und vermisste ihre Schwester.


Sanja und Tiger


Am 25. Juli 2018 folgte unser kleiner, geliebter Sancho seiner großen Schwester. Er litt von Geburt an an einer Kieferfehlstellung, die sich leider mit zunehmendem Alter verschlimmerte. Regelmäßige Zahnbehandlungen unter Vollnarkose waren in seinen letzten Jahren alle paar Wochen notwendig. Bei seiner letzten OP lief alles ganz normal wie immer, alles war zuvor unauffällig gewesen. Leider schaffte er es nicht mehr, aus der Narkose zu erwachen, sein kleines Herzchen hörte plötzlich einfach auf zu schlagen. Trotz seines hohen Alters für uns völlig unerwartet und ein Schock.


Sancho (links) und Pancho

Doch das Schicksal sollte es weiterhin nicht gut mit uns meinen. Der schwärzeste Tag unseres Lebens war der 01. Oktober 2018, als ich unsere geliebte Tiger tot auf der Straße fand, nur etwa 100 Meter entfernt von unserem Haus. Der oder die Fahrerin war einfach weitergefahren und hatte unseren Liebling rücksichtslos mitten auf der Straße liegen lassen ohne sich um sie zu kümmern. Es war nicht mal der Ansatz einer Bremsspur auf der Fahrbahn zu erkennen, man hatte sich auch nicht die Mühe gemacht, bei den angrenzenden Häusern nach den Besitzern zu fragen oder Ähnliches. Den Anblick, ihre fürchterlichen Verletzungen – das werden wir bis an unser Lebensende nicht vergessen. Es ist immer schlimm, wenn ein geliebter Gefährte, ein Familienmitglied geht - aber es macht einen Unterschied, ob es wegen Krankheit oder Alter ist, oder durch Rücksichtslosigkeit oder gar Vorsatz. Erst recht macht es wütend, wenn einige Leute meinen, dass man seinen Pflichten am Unfallort nicht nachkommen muß, weil es sich ja „nur“ um ein Tier handelt.

Für uns war mit Tigers schrecklichem Tod der Punkt erreicht an dem wir sagten: „Schluß, aus – keine neuen tierischen Familienmitglieder mehr!“ Zu groß der Verlust, zu unerträglich der Schmerz. Doch es sollte alles anders kommen.
Alles fing damit an, dass Gregor alleine zum Gassigehen nach Passbrunn gefahren war. Bine fragte ihn ganz harmlos: „Darf ich Dir eine indiskrete Frage stellen? Wieviel wiegst Du?“  Und stellte ihm Samson, den Kangal vor. Ein Riese von einem Hund (na ja, eher Pferd als Hund), um die 80 kg schwer. Übernommen hatten die Passbrunner ihn von einem befreundeten Tierheim, wo er als „Fundtier“ abgegeben wurde. Jedoch konnten seine „Finder“ überraschend genaue Angaben darüber machen, wie der Hund heißt, wann er geboren war usw. Es ist also anzunehmen, dass man sich Samson auf möglichst elegante Weise entledigen wollte, aus welchen Gründen auch immer. Hinzuzufügen ist, dass er, als er ins Tierheim kam, 20 kg (!!!) Untergewicht hatte. Somit war seine Abgabe im Tierheim ein wahrer Glücksfall für ihn.
Von da an gingen wir, so oft es zeitlich möglich war, mit Samson Gassi, was er – und auch wir – sehr genossen. Mehr und mehr kam es uns so vor, dass die Mädels uns mit Samson „verkuppeln“ wollten und anfangs wehrten wir uns noch dagegen. Allerdings verstand es der „Zwerg“ von Anfang an recht gut, uns um seine riesigen Pfoten zu wickeln und wir wussten, dass ein Hund in dieser Größe selbst hier im ländlichen Raum schlechte Vermittlungschancen hatte. Nachdem wir uns alles gründlich durch den Kopf gehen lassen und mit Bine eingehende Gespräche geführt hatten, kam Samson im Dezember zum Probewohnen zu uns. Es stellte sich schnell heraus, dass er in seinem bisherigen Leben den Alltag im Haus nicht kennengelernt hatte. Er hatte Angst vorm Fernseher, Radio, Mikrowelle und Co., wusste nicht, dass Menschenessen tabu für Hunde ist und überfiel uns regelrecht am Tisch. Einen bettelnden Hund ignoriert man einfach – aber probiert das mal bei einem Riesen, der sich zum Esstisch noch runterbücken muß! Hundebegegnungen beim Gassigehen, das Gassigehen selbst, die neue Umgebung waren purer Streß für ihn und er litt dadurch ständig an Durchfall. Niemand weiß es genau, aber allem Anschein nach hatten ihn seine früheren Besitzer weder im Haus gehalten, noch hatte er in der wichtigen Prägephase die normalen Dinge und Situationen im Alltag kennengelernt, der Ärmste! Nach einer Woche zogen wir die Notbremse und brachen das Probewohnen ab. Bine schlug uns vor, es langsam mit ihm angehen zu lassen, zunächst tageweise, um Samson und uns an die neue Situation langsam heranzuführen und später das Probewohnen weiter auszudehnen. So ging das über mehrere Wochen, wir alle konnten uns somit aneinander gewöhnen, Samson konnte Schritt für Schritt den Alltag kennenlernen. Alles klappte diesmal erstaunlich leicht und gut.
Seit Ende März ist Samson nun offizielles Familienmitglied – und wir bereuen nichts!  Samson fühlt sich in seinem neuen Zuhause sehr wohl. Er lernt blitzschnell, neue Kommandos meist innerhalb ein, zwei Tagen, z. B. dass er sich brav hinsetzt und wartet, bis sein Essen serviert ist, bevor er an den Napf geht, stehen zu bleiben, bevor man die Straße überquert usw. Er hat richtig Spaß am Lernen. Vor dem Fernseher schnarcht er jetzt zumeist zufrieden, es sei denn, eine seiner Lieblingsserien läuft. „Der Bulle und das Biest“ fand er super-toll, vor allem, wenn die Rolle von Rocky von der Bullmastiff-Dame gespielt wurde, da war er hin und weg und wenn er die Anfangsmelodie hörte, hat er sich sofort auf seinem Bett postiert und ganz gespannt zugeguckt.  Außerdem mag er Naturdokumentationen und „Doctor Who“. 
Unsere Mahlzeiten können wir inzwischen unbehelligt einnehmen, auch unbeaufsichtigtes Essen lässt er in Ruhe. Unvergessen die Aktion beim ersten Probewohnen, als er einen Adventskalender geplündert hat und aufgrund des Zucker-Schocks wie ein Duracellhasi mit Kurzschluß im Garten auf und ab rannte. Wir hatten damals sofort panisch nachgezählt, wie viele Schokostückchen er vertilgt hatte und ausgerechnet, wie viel Schokolade bei seinem Körpergewicht schädlich wäre…zum Glück war alles im grünen Bereich und von da ab verwahrten wir alles Essbare sicher vor ihm. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es ihm eigentlich gar nicht um die Schokolade ging, sondern um den Karton außen rum, die Schokolade war halt „Beifang“. Er liebt es bis heute, Schachteln zu zerfetzen. Hilfreich, wenn man große Kartons für die Papiertonne passend machen muß. 
Im Haus ist er super-brav, er bleibt auch mal alleine und stellt absolut nichts an. Den Garten liebt er vor allem bei schönem Wetter und er ist ein richtiger „Spuiaff“, sein Quietschespielzeug würde er am liebsten stundenlang apportieren oder einfach nur laut quietschend damit über die Wiese brettern. Wenn von uns gerade keiner Zeit zum Spielen hat, trägt er sein Spielzeug entweder zu den Nachbarsschildkröten oder zur Nachbarshündin auf der anderen Seite – nur doof, dass da noch der Zaun dazwischen ist. Und Schildkröten mit Spielzeug nicht wirklich etwas anfangen können. 
Daß die 5 Igel, die immer zum Essen zu uns kommen, keine Spielbälle sind und sie es auch nicht sonderlich lustig finden, herumgetragen zu werden (zum Glück ohne Verletzungen bei allen Beteiligten), hat er mittlerweile auch gelernt, bzw. darf er nachts momentan nur an der Leine in den Garten. Wie gesagt: für ihn ist alles neu und aufregend. Quasi ein Welpe in Riesengestalt. Die Igel haben es ihm übrigens nicht übel genommen, sie kommen weiterhin alle jede Nacht an ihre Näpfe.
Hundebegegnungen sind mittlerweile auch deutlich entspannter, vor Allem mit Hunden, die er schon kennt und mit kleineren Hunden. Da kann sein Gegenüber bellen, dass die Ohren klingen, Samson bleibt in 99 Prozent der Fälle äußerst gelassen. Bei fremden Hunden, ab ca. mittlerer Größe dreht er schon noch auf, allerdings ist das auch kein Vergleich mehr zu vorher. Außerdem hat er schon ein paar Hundekumpel gefunden. 
Anfangs bedeutete es sogar Streß für ihn, wenn wir auf unseren Spaziergängen Bekannte getroffen hatten und eine zeitlang zum Ratschen stehen geblieben sind. Das war ihm einfach zu viel und er sonderte sich immer an den Rand der Gruppe ab. Inzwischen freut er sich, wenn wir unterwegs jemanden treffen, ganz besonders, wenn er von den Menschen auch noch freundlich angesprochen wird. Somit hat er auf die kurze Zeit schon etliche Freundschaften geschlossen und ist bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Naja, ab einer gewissen Größe fällt man als Hund einfach schon von Weitem auf.
Durchfall hat er nur noch, wenn er in neue, unbekannte Situationen kommt, aufregende Begegnungen mit anderen Hunden hat oder wir in unbekanntem Terrain Gassi gehen. Wir versuchen, ihn langsam und schrittweise auch daran zu gewöhnen, ohne ihn zu überfordern und durch feste Abläufe und Rituale (wie z.B. jeden Abend ein Schweineohr als Betthupferl, welches er nicht verschlingt, sondern langsam und genussvoll „zelebriert“) vermitteln wir ihm Sicherheit und Stabilität.
Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team, wir alle haben in den letzten Monaten viel gelernt und gegenseitiges Vertrauen aufgebaut. Wir sind froh, dass Samson bei uns ist und können sagen, dass die ganzen gängigen Vorurteile über Herdenschutzhunde nicht der Wahrheit entsprechen. Wie oft wurde uns von Bekannten gesagt „Oh, ein Kangal? Da werdet ihr euer blaues Wunder erleben“ oder „Denen kann man nix lernen“ usw. Auf Samson zumindest treffen diese Dinge nicht zu. Er ist einfach unsere anhängliche und verschmuste Schlabberbacke im XL Format. Vielen Dank an dieser Stelle an Euch Mädels vom Quellenhof für die vielen hilfreichen Tipps und die Unterstützung!

Leider ist am 15. März diesen Jahres noch ein geliebtes Familienmitglied von uns gegangen. Pancho erhielt Anfang des Jahres die Diagnose Arthrose in der Hüfte und die Bandscheiben bei einigen Wirbeln waren kaum mehr vorhanden. Nach Umstellung auf ein anderes Schmerzmittel ging es offensichtlich wieder bergauf, wir fanden sogar eine Physiotherapeutin für ihn und waren sehr zuversichtlich, daß er noch eine längere Zeit eine gute Lebensqualität haben würde. Fünf Tage vor seinem ersten Physiotermin rutschte er aus und fiel hin – wie so oft die letzten Wochen und typisch für dieses Krankheitsbild. Unglücklicherweise ist er dabei am Eingang seiner Höhle hängengeblieben und brach sich ein Vorderbeinchen. In Anbetracht seines restlichen Allgemeinzustands kamen wir zu dem Schluß, dass eine OP und die folgende Genesungszeit eine Qual für ihn gewesen wären und ließen ihn sehr schweren Herzens gehen. Er ist nun bei seinem Bruder Sancho und bei seinen Schwestern Sanja und Tiger. Wir sind unendlich dankbar für die wunderschöne Zeit, die wir mit unseren Lieblingen hatten und sind uns sicher, dass sie uns vom Regenbogenland aus zusehen – eines Tages sehen wir uns wieder!

Kaninchendame Klopfer ist die Einzige, von der wir ziemlich genau sagen können, wie alt sie ist. Da sie im Gegensatz zu Sancho und Pancho noch nicht ganz ausgewachsen war, als wir sie bekommen haben, ist sie jetzt fast 9,5 Jahre alt, ein wahrer Sonnenschein und erfreut sich glücklicherweise bester Gesundheit. Aufgrund ihres nun doch schon hohen Alters und der Tatsache dass sie – kaninchenuntypisch – mit Artgenossen absolut nichts am Hut hat, haben wir beschlossen, ihr erneute Vergesellschaftungsversuche zu ersparen. Sie war von Anfang an absolut menschenbezogen und wir verbringen immer schon jeden Tag sehr viel Zeit mit ihr. Sie genießt ihre Kuschel- und Spielstunden sehr und wir hoffen, dass das noch eine sehr, sehr lange Zeit so bleiben wird.



Mit diesem „Roman“ schicken wir Euch allen die herzlichsten Grüße und Glückwünsche zu Eurem 10-jährigen Jubiläum. Wir wünschen Euch weiterhin viel Kraft für Eure wichtige Arbeit und bedanken uns hiermit für Euer unermüdliches Engagement! Es ist ein wahrer Glücksfall für alle Tiere, dass es den Quellenhof Passbrunn gibt!!!

Alles Liebe von Daniela, Gregor, Klopfer und Samson

 

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